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Grüezi alle mitanand!Work To Do
Hoffe, schöne Ostern gehabt zu haben worden gewesen zu sein. Oder so. Und schon wieder nicht pünktlich geschafft...
Die eigentliche Arbeitsphase meiner Magisterarbeit geht langsam los, das führt zu Verzögerungen bzw. der Konzentration auf die Seiten zum Elektronischen Publizieren und der Bibliographie meiner Magisterarbeit. Da hat sich noch mal einiges getan. Die Neuzugänge werde ich hier nicht alle einzeln aufführen, geh doch einfach auf den Seiten gucken.
Der Rest des Medienangebots, wie etwa die kommentierte Liste der deutschen Tageszeitungen im Netz, gibt's, wie gehabt, unter "Medien".RADIKAL - Klappe, die Zweite
DFN hebt Sperrung des niederländischen Server xs4all.nl nach einer Woche wieder aufNach wüsten Beschimpfungen aus der Internet-Welt und Protesten u.a. von xs4all-Usern und -Anbietern hat sich das DFN entschlossen, den Zugang zum Server wieder freizuschalten. Nach mehr als einwöchiger Sperrung können seit Montag, den 21.4.97, auch die rund 6000 anderen Angebote auf dem Server wieder genutzt werden.
Das Deutsche Forschungsnetz (DFN) hatte den Zugang zum niederländischen Server xs4all.nl gesperrt. Dort ist auf einer Homepage das in Deutschland Linksaußenblatt RADIKAL, insbesondere die indizierte Ausgabe Nr. 154, zu lesen, die mit dem Beitrag "Kleiner Leitfaden zur Behinderung von Bahntransporten aller Art" nach deutschem Recht (StBg 316 b) tatsächlich zu strafbaren Handlungen aufruft.
Die Sperrung wurde auf Hinweis des Bundeskriminalamtes (BKA) vom 11.4.897 durchgeführt.
Zu den Protestierenden gehören auch Radio B 92, welches seinen Demokratisierungsbeitrag für Serbien gefährdet sieht (siehe auch das März-Editorial) sowie einige Wissenschaftler, die auf die akademisch orientierten Seiten bei xs4all nicht mehr zugreifen konnten.
Dr. Klaus Eckhardt Maass erklärte zur Begründung der Freigabe, daß neben einer "Flut von Beschimpfungen" und der Spiegelung der inkriminierten "Radikal"-Seiten das Problem entstanden sei, daß die Sperrung die Wissenschaft behindert hätte.Ein Zensurgespenst geht um in der Cyberwelt. Das alte Problem, welches schon zur Anklage gegen die PDS-Frau Angela Marquardt geführt hatte, taucht nun wieder auf. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.
Wie soll man mit inkriminierten Seiten und den Links dorthin umgehen? Die Betreiber von xs4all sind empört, daß sich die deutschen Behörden noch nicht offiziell zur Sperrung geäußert haben und verweisen darauf, daß die Internauten mit DFN-Netzzugang auch keine einzige Seite des übrigen Angebots mehr aufrufen können.
Und wie bei bei der Sperrung von rechtsradikalen Angeboten oder Seiten mit Gewalt- oder Kinderpornos tauchen auch nun wieder Spiegelseiten an allen Ecken und Enden auf. Der Bekanntheitsgrad solcher Seiten wird - welch Pyrrhussieg - sogar noch erhöht, eine Sperrung durch Spiegelungen de facto unmöglich gemacht.Mit einer reinen Zugangssperrung werden die Serverbetreiber, deren Nutzer rechtswidrige Angebote machen, kaum in die Knie gezwungen werden - jedenfalls nicht im Ausland.
Fragen die Betreiber von xs4all doch zu Recht, warum nicht alle anderen Spiegelseiten, auf denen die indizierte Radikal-Ausgabe liegt, ebenfalls gesperrt werden - und wie es der eco-Anwalt Schneider im Fall Marquardt ebenso getan und sich anschließend bei der Staatsanwaltschaft selbst bezichtigt hat. Diese URLs herauszubekommen, ist kein Problem, jede simple Suchmaschine schüttelt diese Adressen aus dem elektronischen Ärmel.
Der Knackpunkt liegt an einer anderen Stelle - nämlich der Ethik. Hier verschwimmen die Grenzen. Allein das Image kann für einen Anbieter (und natürlich auch Provider) ein Antrieb sein, sich entweder auf die Seite der Moralisten zu schlagen oder eben den Gedanken des free speech (oder des free capitalism) bis zum Limit auszunutzen.
Profit steht gegen Anstand - das ist nichts Neues. Das Neue ist nur der Rechtsrahmen: Was in einem Land erlaubt sein mag, aber gegen die Gesetze eines anderen verstößt, spielt in der Internet-Welt kaum noch eine Rolle.
Rechtsverletzungen sind im Internet und dem WWW an der Tagesordnung, bisher kann ein Netzsurfer nur durch Zensur an der Nutzung den frei flottierenden Angebote gehindert werden - etwa in der Form von Zugangssperrung wie in Singapur oder China, aber nun eben auch in Deutschland.
Alleine das Aufspüren und Verfolgen solcher Anbieter kann durch schiere Massenspiegelung zum ernsthaften Problem werden, mit Gesetzen alleine scheint da nicht mehr viel auszurichten zu sein. Und die meisten Netizens scheinen nicht bereit zu sein, sich ihre absolute Freiheit in irgendeiner Form einschränken zu lassen.
Der Gedanke an eine freiwillige Selbstverpflichtung liegt nahe, wird allerdings die Netzbürger aufheulen lassen - und die die eigentlich davon betroffen sein sollten, kümmern sich sowieso nicht darum. Verlorene Liebesmüh, also was tun? Ich frage mich allerdings auch, ob die jetzige Variante, die ja ganz im Rahmen des Gesetzes ist, die richtige ist. Tatsächlich werden Nutzer von Angeboten angeschnitten, obwohl sie vielleicht nicht einmal von der Existenz von Radikal wissen oder es sie einen Dreck interessiert. Natürlich trifft das letzten Endes auch den Provider. Und ob das der richtige Weg ist, Druck im Ausland auszuüben, bleibt eine offene Frage. Aber es haben auch schon ganz andere Leute Rechtsradikalen-, Linksextremisten- oder Pornoseiten gespiegelt, die sich ebenso mit dem Inhalt nicht im mindesten indentifizieren konnten. Denn es geht dabei immer auch um die Freiheit im Netz.Die DFN-Presseerklärung von Dr. Klaus Eckhardt Maass habe ich hier noch einmal lokal kopiert.
Ebenso habe ich lokal die Presseerklärung der Betreiber von xs4all im Wortlaut zitiert, um die Argumente der Gegner weiter öffentlich zu machen.
Debatte über den Stand der Kommunikationswissenschaft in Deutschland
Die ZEIT hat in den vergangenen Wochen und Monaten eine interessante Reihe zum Stand der Medien- und Kommunikationswissenschaft veröffentlicht.
Begonnen hatte es Ende 1996 mit Alphons Silbermanns Vorwurf der "marottenhafter Wichtigtuerei"der Wissenschaftler.
Silbermann gehört zu den ersten Professoren der Kommunikationswissenschaft in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und ist inzwischen emeritiert.
In der Folge haben Irene Neverla, Günter Bentele, Ernst Elitz und Stephan Ruß-Mohl (auch diese Namen dürften bekannt sein) ihre Ansicht zum Thema in Druck gegeben, anschließend bekam Alphons Silbermann Platz für ein Schlußwort zur Debatte... Insgesamt eine interessante Bestandsaufnahme zur Lage der Disziplin.Solltest Du diese spannende Geschichte verpaßt haben, kannst Du entweder im Archiv der ZEIT danach suchen - oder Du klinkst Dich in die Newsgroup de.soc.medien ein.
Dort haben Mitarbeiter des DeutschlandRadios die jeweiligen Texte mit Genehmigung der Autoren nochmals veröffentlicht und stellen deren Ansichten zur Diskussion. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach eine gute Gelegenheit, die Diskussion fortzusetzen.
Wenn das auch nicht so öffentlich wie in der ZEIT geschieht, so besteht hier doch die Möglichkeit, daß sich auch Menschen wie Du und ich - hoffentlich auch mit lesbaren Beiträgen - an der Kontroverse beteiligen oder neue Aspekte hineinbringen.
Also hau in die Tasten!Texte, Zahlen, Grafiken zur Online-Offline-Nutzung
Und noch ein Tip am Ende: Es gibt auf meinen Seiten Einiges zum Thema Internetnutzung. Sollten Dir diese Links nicht reichen, findest Du Texte und Grafiken "für lau" auch im Archiv von Multimedia, und zwar für den Online-, als auch für den Offline-Bereich, zusammengestellt von Oliver Graf. Er bietet auch Kooperation bei der Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten sowie Studentenrabatte an. Ich will hier keine Werbung für Verlage oder ähnliches machen, aber diese Adresse finde ich ganz nützlich, um sich mit Zahlenmaterial zu versorgen.
So long
Janko