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Zeitungszukunft
Gedanken zur Offline- und Online-Entwicklung
Ein Redaktör hat's schwör - zumal, wenn er in einer Internetredaktion sitzt und seinen Printkollegen klarmachen muß, warum er seine Arbeit tut. Denn nicht überall wird den Netzarbeitern der Rücken freigehalten: Oft ziert sich die Anzeigenabteilung, die überlebenswichtigen Rubrizierten frei ins Netz zu stellen, Freie jammern (manchmal zu Recht) über die unbezahlte elektronische Zweitverwertung, das alles kostet Geld und fast nirgends in der deutschen Medienlandschaft ist der berühmte Return of Investment in Aussicht.
Wozu also das Engagement der Verlage zwei, drei Jahre nach dem Internet-Hype? Massig gute Gedanken zum Thema finden sich in einer Studie der Medienanalystin Monique van Dusseldorp unter dem Titel "The Future of the Printed Press. Challenges in a Digital World". Der Text lagert im Diskussionsforum "The Future of the Printed Press" am European Journalism Centre im niederländischen Maastricht. Am 24. und 25. September gibt es begleitend zur Online-Diskussion auch eine Konferenz an der Maas - dabei dient die Studie als Diskussionsgrundlage.
Der Text vom Mai 98 faßt den Erkenntnisstand zum Electronic Publishing zusammen und eröffnet innovationsunwilligen Verlagen düstere Aussichten: Demnach sind in den USA an einigen Stellen schon bis zu 25% der rubrizierten Anzeigen ins Web abgewandert. Unternehmen sind nicht mehr so sehr auf die Werbung im Print angewiesen, weil das Netz deutlich billiger ist. Kleinanzeigen im Netz verkaufen sich auch ohne redaktionelles Umfeld, und das gefährdet die Finanzierung vor allem hochwertiger Zeitungen. Lediglich der gute Name eines Blattes, seine Glaubwürdigkeit und Kompetenz in Auswahl und Filterung der Nachrichten sind ein Kapital im virtuellen Markt - es erscheint dringend notwendig, Marktpositionen zu besetzen bzw. zu verteidigen. Branding und Diversifikation scheinen Schlagworte der Stunde zu sein.
Als Argumentationshilfe für gequälte Internetredakteure ist dieses Papier wärmstens zu empfehlen - aber auch für Verleger sollte es Pflichtlektüre sein.
Soviel zum Print. Aber auch online bleibt es interessant: Viele Gruppierungen im Netz befassen sich mit elektronischen Zeitungen und ihrer Zukunft. Der Markt explodiert, fast täglich erscheinen neue E-Zines, die meisten größeren deutschen Zeitungen und Zeitschriften sind inzwischen im Netz vertreten. Auch in der Fachinformation ist das Internet kein Exotenspielzeug mehr. So will etwa der wissenschaftlich ausgerichtete Springer-Verlag bis Ende nächsten Jahres sämtliche 400 Fachzeitschriften in elektronischer Form ins WWW stellen.
Die Rezepte für einen erfolgreichen Webauftritt sind sehr unterschiedlich: Media- und PR-Agenturen, kleine Werbeklitschen und große Medienhäuser - alle basteln ihr eigenes Konzept. Doch der Eindruck bleibt, daß die Planungen nicht immer sehr durchdacht und wasserdicht sind, siehe etwa das finanzielle Debakel von Springers Onlinedienst Go On oder wenig erbauliche Netz-Auftritte wie beispielsweise beim Darmstädter Echo.
Deshalb nix wie raus aus dem Elfenbeinturm: Wie sich erfolgreiche Webauftritte von Tageszeitungen verwirklichen lassen, versucht TiN herauszufinden, die Forschungsgruppe Tageszeitung im Netz an der Freien Universität Berlin. Angesiedelt ist das Forschungsprojekt beim Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Es steht noch ganz am Anfang, es bestehen aber schon Kooperationen mit Praktikern und anderen Wissenschaftlern - u.a. mit dem Lehrstuhl für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt, der u.a. für die umfassende Untersuchung zu deutschsprachigen Tageszeitungen im WWW "Online - Die Zeitung der Zukunft?" verantwortlich zeichnet (siehe auch mein Editorial 2/98). Mehr darüber, wenn erste Ergebnisse vorliegen.
Wiedersehn!Janko
Design gestrafft, Awards, VerlinkungenZuerst einmal ein kleines Sorry, daß ich erst in der zweiten Woche des Juli mein Update mache: Ich habe mir einen kleinen Urlaub gegönnt und bin für eine Woche nach Dänemark gesegelt. Schön war's: Windstärken bis zu sieben Beaufort ließen den Kahn so richtig tanzen. Ich hätte ja gleich noch eine Woche draußen bleiben können, aber das JMM ruft...
Wie sicher schon aufgefallen ist, erscheinen die Links jetzt nicht mehr unterstrichen. Ich habe mir gedacht, daß das etwas übersichtlicher wirkt, besonders an den Stellen, wo viele Links direkt hintereinander kommen. Sie sind IMHO noch genügend durch die Schriftfarbe gekennzeichnet. Nutzer mit älteren Browsern der dritten Generation sehen die Seiten wie gehabt mit unterstrichenen Links, also geht niemandem etwas verloren. Bon?
Bei den Dokumenten habe ich jetzt auch einen Pressespiegel, einen Linkspiegel und eine Awardseite eingerichtet. Auf einmal prasselt's nur so damit, und den Spaß will ich Dir nicht vorenthalten.
In der Abteilung Print deutschsprachig gibt's jetzt eine kleine Datei zur deutschsprachigen Presse im Ausland, die in der nächsten Zeit sicher noch wachsen wird. Aber ein Anfang ist schon mal gemacht.
Im Bereich Journalismus gibt es jetzt die neue Rubrik Newsletters.
Die Seiten zur Internationalen Presse werden gegenwärtig überarbeitet und aktualisiert. Bis alles fertig ist, wird aber sicher noch ein wenig Brühe die Spree hinunterfließen. Macht nix, bei dem Sommer bisher.
Den Rest der Frickelarbeit zu beschreiben halte ich für müßig. Eigentlich bin ich überall mal rangegangen. Perfekt ist es sicher noch nicht, und das ist Deine Chance: Wenn Du einen dead link findest, schreib mir bitte ein paar Zeilen - das kommt auch den anderen Nutzern zugute.
Und abschließend möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal für die zahlreichen Zuschriften bedanken, die es mir wesentlich erleichtern, das Angebot aktuell zu halten. Das betrifft nicht nur Neuzugänge, sondern vor allem die Pflege des Angebots.
That's the way it is.
read U
Janko