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Pixelberge für Onlinemedien
Bilddatenbanken können Journalisten die Arbeit erleichtern
Ein Bild vom Brandenburger Tor für den Artikel über die geplante US-Botschaft? Kein Ding, denkt sich der pfiffige Onlinejournalist. In der Bildredaktion dürfte sich genügend Material stapeln, aber was, wenn für den Bericht oder den geplanten Panzerexport oder den historischen Rückblick auf den Mauerfall vor zehn Jahren noch ein aussagekräftiges Foto fehlt?
Bilder kann man überall im Netz finden, nur: Welcher Weg ist am effektivsten? Denn die Angebote sind auf sehr unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten.
Nachrichtenagenturen für die Profis
Alle großen Agenturen (hier eine Auswahl mit Pressefotografie bei Dino) bieten inzwischen auch einen elektronischen Bilderdienst an, der nicht nur von Online- sondern auch von Printredaktionen genutzt wird. Diese Dienste wenden sich ausschließlich an professionelle Abnehmer. Neben brandheißen Pressefotos bieten einige Unternehmen auch kostenfreie PR-Bilder an, wie die dpa-Tochtergesellschaft news aktuell. Vermittelt werden aktuelle Pressebilder entweder via Satellit (an 160 tagesaktuelle Medien) oder über die ebenfalls kostenpflichtige dpa-Bilddatenbank. Schließlich können Bilder auch direkt über das Netz in druckfertiger Auflösung heruntergeladen werden.
Agenturen wie die AFP erweitern ihr Geschäft um den Handel mit aktuellen Infografiken. Über Satellit gibt's Karten, Schaubilder und detaillierte Darstellungen aus allen Rubriken zur Verwendung in verschiedenen Medien. Im Geschäft mit Infografiken mischen bereits reine Internetunternehmen mit, etwa das Münchener Unternehmen Pressegrafik.de. Kostenfreie- und -pflichtige Bilder liegen einträchtig nebeneinander im Netz bereit, gegen Aufpreis werden sie auch per Email oder ISDN als Vektorgrafiken geliefert.
Als Business-to-Business-Dienst versteht sich dagegen isotype.com aus Köln. Hier werden Inhalte "für Infografiker von Infografikern" zur Weiterverarbeitung angeboten. Klassische Bildagenturen und Fotografenorganisationen präsentieren sich im Netz
Auf Geschichte, Politik und Kultur der beiden deutschen Staaten seit 1945 hat sich etwa der XXP German Picture Pool spezialisiert. Archivmaterial des Spiegel sowie der Fotoagenturen Bilderberg und Focus sind hier von zahlreichen Lichtbildnern zu finden. Thematisch organisierte Angebote gibt es auch an anderen Stellen im Netz: Organsiationen wie der Fotografenzusammenschluss Freelens in Hamburg stellen nicht nur ganze Reportagen und Bilderstrecken online, sondern stellen auch ihre Fotografen in Onlinegalerien vor.
Neben diesen Gruppenauftritten sind unzählige Bildagenturen mit eigenen Webauftritten zu finden, etwa die Hamburger Action Press oder die österreichische S.N.S. Presse, die auch mit ihrem Kundenverzeichnis um neue Nutzer buhlt. Fotostocks von Fotografen bieten große Auswahl und umfangreiche Recherchemöglichkeiten
Die Bluebox aus Düsseldorf ist sehr nutzerfreundlich gestaltet: Die Datenbank ist nach Themen, nach Fotografen oder im Volltext recherchierbar, die Bilder werden als Thumbnails angezeigt und können mit zahlreichen Zusatzinformationen aufgerufen werden. esammelt werden sie in der Lightbos und am Ende der Recherche kann man sich entscheiden, welches Bild am besten ist. Das Bild ist sofort online zu erstehen. Obendrein vertreibt die Bluebox Lizenzen für Bilddatenbanken.
Images.de aus Berlin präsentieren sich mit einem ähnlichen Kozept: Über den Fotofinder der Berliner Com.Box lassen sich sehr genaue Suchanfragen stellen. Auch hier kann der Onliner Bilder vor dem Kauf zwischengespeichern und genauer unter die Lupe nehmen..
Das Photoweb befindet sich noch im Aufbau, deckt aber schon jetzt thematisch ein breites Feld ab: Politik, Wirtschaft, Industrie, Kultur, Soziales, Sport, Militär, Reisen, Reportagen und Feature stehen auf dem Programm.
Ausführliche Verschlagwortung, Urheberrechtshinweise und weitere Angaben über die Fotos sollen auch den Fotografen nutzen: Sie wollen damit die Verwertung von elektronischen Bildern ein wenig gegen die Wildwestmanieren vieler Websitebetreiber verteidigen, die Bilder ohne Honorar einfach zu übernehmen (siehe dazu auch weiter unten die Kurzmeldung zum Tagesspiegel). Allgemeine Bilddatenbanken sind nur teilweise im Netz zu finden
Die Angebote in diesem Bereich sind sehr verschiedener Qualität: Sie reichen von der bloßen Zweitverwertung von CD-ROM-Datenbeständen wie bei Photodisc.com als "lizenzfreier digitaler Bildagentur" bis hin zum monströsen Angebot von Bill Gates: In seiner kommerziellen Bilddatenbank Corbis lagern mehr als 65 Millionen Bilder, davon sind "nur" 2 Millionen auch im Netz abrufbar. Die Abbildungen können elektronisch erstanden, als elektronische Postkarte verschickt oder käuflich im Druck erworben werden. Auch hier neigt Gates wieder zum Monopolismus: In Billy's Fotoalbum ist unter anderem das bekannte Bettmann-Archiv aufgegangen, Gates verfügt über Bildrechte an allen nur denkbaren Abbildungen weltweit , u.a. den Rechten an sämtlichen Werken des Louvre in Paris. Aber es muß ja nicht immer die Mona Lisa sein: Als Alternative für Kunsthistoriker empfiehlt sich immer noch das Bildarchiv Foto Marburg. Die großen Bilderlager sind noch längst nicht alle im WWW vertreten. Wenn es denn nicht unbedingt ein elektronisches Bild sein muß, helfen oft auch die klassischen Fotoarchive wie etwa der Ullstein Bilderdienst weiter.
Suchmaschinen machen Zusatzangebote, daneben entstehen spezialisierte Suchmaschinen
Auch die großen Suchmaschinenbetreiber betiligen sich an der Pixeljagd: Yahoo bietet ebenso Bildsuchdienste an wie Altavista. Inzwischen sind sogar spezialisierte Bildsuchmaschinen wie Scour.net aufgetaucht.
Meist können nicht nur Bilder, sondern auch Audio- und Videodateien in allen erdenklichen Formaten gesucht werden. Die Bestände sind in der Regel sehr gut verschlagwortet, der Suchende ist nicht auf den genauen Titel angewiesen. Testläufe mit dem Begriff "Brandenburger Tor" brachten imponierende Ergebnisse. Diese Dienste wenden sich eher an Otto Normalsurfer. Mangelhaft: Meist werden keine Hinweise aufs Copyright angegeben, sondern meist beschränkt man sich auf die Adressen der Dateien im WWW. Andere Quellen
Ist man auf der Suche nach Bildern von Leuten oder Produkten, hilft auch oft ein Gang zur Webpräsenz eines Unternehmens. Bei gelungenen Webauftritten sind meist auch Presseabteilungen zu finden, über die sich Bilder entweder online abrufen oder zumindest bestellen lassen.
Wenn's jedoch um ganz allgemeine oder sehr spezielle Themen geht, hilft oft auch ein Blick in die Fachinformationsangebote: Zusammenstellungen lassen sich dazu auch im Netz nicht nur über Suchmaschinen oder Kataloge finden, sondern auch über thematische Zusammenstellungen wie etwa dem Angebot Fachinformation in Berlin. Hier lassen sich weitere Recherchequellen (nicht nur im Netz) erschließen, etwa die Bilddatenbank und die Objektdatenbank des Deutschen Historischen Museums. Hier lassen sich - vorzüglich aufbereitet - relevante Daten und Bilder zur deutschen Geschichte abrufen. Fazit: Für jeden Geschmack, jeden Geldbeutel und jeden Professionalitätsgrad ist im Netz etwas dabei. Profis können die herkömmlichen Übertragungswege auch für ihre Onlineauftritte nutzen, daneben sprießen WWW-Datenbanken wie die Pilze aus dem virtuellen Boden. Und daneben gibt es - auch für einfache Websitebastler wie mich - wachsende Möglichkeiten, über spezialisierte Angebote elektronische Bilder zu finden und auf persönlicher Ebene eine Weiterverwendung der Daten zu arrangieren.
Kurz gemeldetTagesspiegel unterliegt Fotografen im Prozess um Urheberrechte
Der Tagesspiegel muß Fotografen für die nicht besonders honorierte Verwendung von Fotos in den Onlineangeboten der Zeitungen Tagesspiegel und Potsdamer Neueste Nachrichten Entschädigungen zahlen und darf die Abbildungen ohne Einverständnis nicht weiter verwenden. Das entschied am 14. Oktober 1999 das Berliner Landgericht. Fünf Fotografen hatten mit Unterstützung des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), der IG Medien und der Hamburger Fotografenvereinigung Freelens e.V. den Tagesspiegel verklagt (siehe auch das JMM-Editorial vom März 1999). Nach einer gemeinsamen Pressemitteilung der drei Organisationen ist der Tagesspiegel auch verpflichtet, Auskunft über das vollständige Ausmaß der bisherigen Urheberrechtsverletzungen zu geben. Das Urteil des Berliner Landgerichts, das noch nicht rechtskräftig ist, ist im Wortlaut auf den Freelens-Seiten zu finden.
Protest bei Tante Tagesspiegel
(© B.Kannt / FreeLens e.V.)
Frisch aus der Presse: Studie zum Onlinerundfunk
Bundeswehrkurse für Kriegsreporter
Eine umfassende Studie zum Onlinerundfunk ist im Oktober erschienen. Dr. Klaus Goldhammer und Prof.Dr. Axel Zerdick, beide am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin, stellen gründlich die technischen und ökonomischen Möglichkeiten und Grenzen des Onlinerundfunks vor. Die Studie ist im im Auftrag der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) erschienen.
Auf Goldhammers Website Rundfunk Online sind auch Teile des Buches als pdf-Dateien abzurufen. Neben weiteren Informationen über Onlinerundfunk liegt dort übrigens eine Kopie der Radiolinks für den deutschen Sprachraum aus Jankos Media Monster.Goldhammer, Klaus/Zerdick, Axel:
Rundfunk Online. Entwicklung und Perspektiven des Internets für
Hörfunk- und Fernsehanbieter (=Band 14 der DLM Schriftenreihe).
Vistas Verlag, Berlin, 1999.
ISBN 3-89158-247-1, 336 S., 48,- DM.
© K. Goldhammer/Vistas Verlag
Diebold-Studie zu Onlineengagements von Verlagen
Einen Spezialkurs für Reporter in Krisengebieten bietet erstmals Anfang November die Bundeswehr an. Wie sie sich am Besten verhalten, wenn sie bedroht oder veletzt werden, können Journalisten unter simulierten Bedingungen lernen: Im Ausbildungszentrum Hammelburg werden sie Hinterhalten, Kontrollen durch Milizen und Minenunglücken ausgesetzt - auch der Granatbeschuss gehört zum Programm. Zwölf Journalisten können für 100 DM das viertägige Seminar belegen. Bei weiterreichendem Interesse sollen die Schulungen regelmäßig angeboten werden.
© Bundeswehr
Bei der Diebold Deutschland GmbH ist ein "Strategiekompass für erfolgreiches Internet-Business im Verlagsumfeld" erschienen. Auf der Website werden das Inhaltsverzeichnis, ein Summary und thesenartig die Hot Issues vorgestellt.
Die von der IFRA empfohlene Studie von Marc Ziegler und Andreas Becker erscheint gedruckt und auf CD-ROM und kann online oder per Fax bestellt werden Sie kostet 1.349,52 DM zzgl. Mehrwertsteuer bzw. 958,36 DM zzgl. Mehrwertsteuer für IFRA- bzw FIPP-Mitglieder.
© Diebold
Wiedersehn!Janko Puls
Verbesserte Funktionalität... ein großes Wort für kleine Änderungen
Startseite entmüllt / Neue Suchmaschine für JMM
Endlich wahrgemacht ist der Wunsch, die Startseite ein wenig zu verkleinern und alte, unnötige Textfetzen rauszuwerfen. Bisher habe ich lieber am Inhalt als an der Startseite gearbeitet. Aber man sollte nicht nur hinter den Schränken wischen, sondern auch mal sehen, wie verdreckt die Fußmatte vor der Haustür ist... Jedenfalls habe ich die Suchmaschine und den URL-Minder jetzt auf Extraseiten gelegt, damit sie nur der zu sehen bekommt, der sie auch sehen will.
Und wo ich gerade beim Früjahrsputz bin: JMM hat eine neue Suchmaschine erhalten. Statt Interserach gibt's jetzt die von mir hochgeschätzte Fireball-Detailsuche. Mit den Ergebnissen bin ich bisher sehr zufrieden. Einziger Makel: die erste Ergebnisseite steht noch im Frameset, dann befreit sich Fireball davon. Mehr über Vor- und Nachteile direkt auf der Suchseite.
Nach wie vor wird es zu Verzögerungen beim Update kommen, ich habe zur Zeit eine Menge um die Ohren. Nicht ärgern, alles wird gut...
That's the way it is.
read U
Janko